Vom 4-Takt zum 2-Takt

Die Basis für den Umbau ist ein Heinkel  A 103 A1 bzw. A 103 A2 Motor (ab Motornummer 520.000), ohne die 4-Takt-Komponenten (Zylinderkopf, Zylinder, Kolben, Nockenwelle, Schlepphebel, Stößel, usw.).

Die Vorbereitungen

Am gereinigten und zerlegten Motor werden sämtliche Stiftschrauben, Zuganker (Stehbolzen für den Zylinder), Passhülsen und die Schwingenlagerhülse aus den Hälften des Kurbelgehäuses ausgebaut. Diese Teile werden später wieder verwendet.

Die Schlepphebelachse wird nach dem Entfernen des Sicherungsringes zur Motorinnenseite hin ausgetrieben und die Buchsen der Nockenwellenlagerung entfernt. Diese Teile werden später nicht mehr benötigt.

Vor der Herstellung der Aluminiumgussteile werden die Stegendstücke an der Kurbelkammer

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 und der Stutzens für den Ölmessstab abgetrennt.

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So sollte es dann aussehen:

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Die Aluminiumgussteile

Die Herstellung der Wachsmodelle, der Gipsformen und der Aluminiumguss wird im Kapitel Alu-Guß beschrieben.

Insgesamt werden 10 bis 11 Aluminiumgussteile benötigt.

Nr. 1 Dammbalken zur Lichtmaschinenseite hin

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Nr. 2 Dammbalken zur Kupplungsseite hin

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Nr. 3,4,5 Füllstücke

 Kurbelkammer zur Lima-Seite hin

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Nr. 6,7,8 Füllstücke Kurbelkammer zur Kulu-Seite hin

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Nr.9 Platte kulu-seitig zur Aufnahme des Wellendichtringes und zur Abdichtung der Schmieröffnungen

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Nr. 10 Membrankasten

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Nr. 11 Ansaugstutzen (bis Vergasergröße 30 mm)

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Alle Wachsmodelle auf einem Haufen

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Die Gussteile Nr.1-10 auf einem Haufen

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Das Einkleben und Verschrauben der Gussteile innerhalb des Motorblockes

Die Gussteile werden gesäubert, entgratet und in die Gehäusehälften eingepasst. Wo es klemmt wird mit dem Dremel nachgearbeitet. Manchmal lässt sich die Klemmstelle nicht so ohne weiteres feststellen. Hilfreich ist dann, wenn man die Kontaktfläche in den Motorhälften mit Tusche, bzw. wasserlöslicher Farbe einpinselt und das Gussteil einsetzt.

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Wenn alles gut sitzt, werden die Teile mit M6 Rundkopf-Inbusschrauben, in Längen von 15 – 30 mm, mit den Gehäusehälften verschraubt.

Jedes Teil sollte mit 2-3 Schrauben befestigt werden. Für die kleinen vorderen, in den Gehäusetaschen sitzenden Füllstücke reicht 1 Schraube.

Am besten geht man schrittweise vor. Man sucht sich eine geeignete Stelle für die erste Verschraubung, setzt das Gussteil ein und bohrt dann mit einem 4,5 mm Bohrer durch die Gehäusehälfte in das Gussteil. Anschließend schneidet man in das Gussteil ein M6 Gewinde und bohrt die Bohrung in der Gehäusehälfte auf 6 mm auf. Das Gussteil einsetzen und mit der Hälfte verschrauben. Erst dann die nächste Bohrung mit einem 4,5 mm Bohrer setzen, Gussteil wieder ausbauen und ein weiteres Gewinde schneiden.

Im folgenden Bild sind exemplarisch die erforderlichen Bohrungen an der Kupplungshälfte mit roten Kringeln markiert.

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Vor dem Einkleben der Teile werden die Kontaktflächen entfettet und mit dem Dremel metallisch blank gefräst. Am besten alle Lager- und Dichtflächen, Gewindebohrungen mit Kreppband abkleben.

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Als Kaltmetall-Kleber hat sich Loctite Hysol 3475 A/B bewährt. Die Topfzeit beträgt ca. 1 Stunde und reicht aus um eine Motorhälfte zu bearbeiten. Nach dem Anmischen wird der 2-Komponentenkleber mit einem Spachtel auf die Kontaktflächen gestrichen und das Gussteil eingesetzt und verschraubt.

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Nach dem Verschrauben quillt das überschüssige Kaltmetall aus der Fuge und kann für das nächste Teil weiterverwendet werden. Die Fuge glätten und die Schrauben noch mal nachziehen.

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Weitere Bilder unter „Kleb du Sau“

Die Fräsarbeiten

Ein Teil der unten aufgeführten Fräsarbeiten sind im Technik-Kapitel "Fräsen" beschrieben.

Gemäß dem Motto „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ ein Verweis auf unsere Bildergalerien

Ausspindeln Kurbelgehäuse

Ausspindeln Zylinderfuß

Zylinderfuß

Einlaß

 

Die Verbesserung der Schmierung

Auf dem unteren Bild ist die vertikale 3 mm Bohrung zur besseren Schmierung des Kurbelwellenlagers auf Lichtmaschinenseite abgebildet. Eine eingefräste Sammeltasche fasst das an der Zylinderwandung herunterlaufende Öl und leitet es zu Schmierbohrung.

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Das nachfolgende Bild zeigt eine zusätzliche Schmierbohrung zur besseren Versorgung des kulu-seitigen Haupt- und Nebenwellenlagers mit Getriebeöl abgebildet.

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Auch hier leitet eine zusätzliche, im Kupplungsgehäuse angebrachte Schmiertasche das Getriebeöl zur Bohrung.

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